Bücherwelt

Gastbeitrag 10/12 – Anna Lisa Franzke: Meine Erfahrungen mit dem NaNoWriMo

Wie bereits angekündigt, möchte ich dieses Jahr zwölf Gastbeiträge von anderen Büchermenschen auf meinem Blog veröffentlichen, jeden Monat einen. (Alle weiteren Infos zu dieser Aktion und die bisherigen Gastbeiträge findet ihr hier. )

Heute gibt es den Oktober-Gastbeitrag! Meine Schreibkollegin und Uni-Freundin Anna Lisa Franzke erzählt von ihren bisherigen Erfahrungen mit dem NaNoWriMo. Der Zeitpunkt dafür ist perfekt, denn bereits morgen beginnt der NaNoWriMo2020, bei dem ich übrigens auch mitmachen werde. Seid ihr auch dabei? Falls ihr euch noch unsicher seid, kann euch dieser Post vielleicht überzeugen, mitzumachen. Viel Spaß beim Lesen!

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Meine Erfahrungen mit dem NaNo

Die Stifte sind gespitzt, die Playlists vorbereitet, die Motivation grenzenlos und die Tage bis zum NaNoWriMo gezählt. Das Ziel des sogenannten National Novel Writing Months ist es, innerhalb eines Monats ein Buch zu schreiben.
Als ich davon das erste Mal gehört habe, klang es unmöglich. Ich war fasziniert von dem Gedanken, innerhalb von 30 Tagen 50.000 Wörter in mein Schreibprogramm zu bringen. Der Wunsch zum ersten eigenen Buch war es, der mich schlussendlich dazu brachte, mich 2017 zu registrieren. Bis dahin wirkte ein fertig geschriebenes Buch viel zu weit weg und viel zu unrealistisch, doch der Wunsch zu schreiben war groß. Ich erinnere mich daran, dass ich am 1. November um 8 Uhr in einem Seminar saß und mich spontan dazu entschied, es auf einen Versuch ankommen zu lassen. Viel Erfolg versprach ich mir damals nicht, doch ich wollte es zumindest versuchen. Zuvor war jeder meiner Versuche gescheitert und mein Traum, Autorin zu sein, war weiter weggerutscht als jemals zuvor.

Und tatsächlich, was ich zuerst noch als Anfangsmotivation verbuchte, blieb. Ich habe 19 Tage gebraucht, um mein erstes Manuskript abzuschließen und das Wort „Ende“ unter eine Geschichte zu setzen. Doch was eigentlich viel toller war, waren die Menschen, die ich traf. Bis zu diesen Zeitpunkt war ich immer ein Alleinschreiber gewesen. Ich kannte niemanden, der auch schrieb oder der sich gerne Geschichten ausdachte. Doch über das NaNo-Forum (und über mein Studium) habe ich innerhalb kürzester Zeit Menschen kennengelernt, die diese Liebe mit mir teilten. Wir haben uns zu Schreibtreffen getroffen, uns ausgetauscht und angefeuert, wenn es mal nicht lief. In diesem Monat habe ich etwas geschafft, was ich zuvor niemals für möglich gehalten hätte: ich habe nicht nur mein erstes eigenes Buch beendet, sondern auch 71.000 Wörter zusammengezaubert. Das reichte mir als Beweis, dass ich schreiben kann und als Autorin nicht völlig versage.

Vielleicht klingt es kitschig, doch das war ein Wendepunkt in meinem Autorenleben. Ich fing an, daran zu glauben, dass ich Autorin sein könnte. Ich schrieb, tauschte mich aus und begann zu lernen, wie das mit dem Plotten und dem Überarbeiten geht.

Schnell jedoch erkannte ich, dass das, was ich fabriziert hatte, sich nicht lohnte zu veröffentlichen. Zu viele Plotholes, Logikfehler und Ideen, die schon mehr als abgegriffen sind. Aber das war nicht schlimm. Immerhin wusste ich, dass ich ein Buch schreiben konnte und das war mehr wert. Also setzte ich mich wieder hin und versuchte zu schreiben.

Doch meinen nächsten Durchbruch schaffte ich erst in dem NaNo ein Jahr später, als ich innerhalb von zwei Wochen den ersten Entwurf meines Debütromans „Die Mädchen von Feenis Alberon“ schrieb. Wieder einmal gab mir der NaNo den Push, den ich brauchte. Der Austausch half, um zu wachsen, zu lernen und mehr über mich als Autorin zu erfahren.

Meine Erfahrungen sind durchweg positiv. Aber mein Glück ist es, dass Wettbewerbe mich herausfordern und ich gewinnen will. Es beflügelt mich mehr, als ich jemals geglaubt hätte, zu versuchen, innerhalb von einem Monat ein Manuskript zu zaubern. Gleichzeitig ist da diese Herausforderung, meine eigenen Rekorde zu knacken.

Was ich an dem NaNo wirklich liebe, ist, dass es eine definierte Zeit ist. Für einen Monat setzt man sich hin und schreibt nur. Für einen Monat kann ich mich zusammenreißen und mal nicht meine Zeit mit Prokrastinieren verbringen. Den einen Monat wird man gefeiert für jedes Wort, das man schreibt und für jeden Tagessoll, den man überschreitet. Schreibende aus aller Welt freuen sich mit einem, wenn man die 50k schafft und feuern die an, die an sich zweifeln. Die Gemeinschaft der Schreibenden ist in dieser Zeit größer und aktiver als das restliche Jahr und das beflügelt mich. In dieser Zeit bin ich schon Teil der verschiedensten Schreibgruppen geworden, aus denen tolle Freundschaften resultierten.

Eine weitere Sache, die wunderbar ist, ist, dass man eine Art Routine aufbaut. Auch wenn die wenigsten es nach dem November weiter durchziehen, lernt man, wie man das Schreiben in den Alltag integrieren kann. Es ist unglaublich, zu sehen, wie oft ich mir eigentlich selbst im Weg stehe und ich nur deswegen nicht jeden Tag schreibe. Wie jedes Jahr nehme ich mir auch dieses vor, diese Routine beizubehalten.

Alles in allen kann ich also sagen, dass ich jedes Jahr wieder auf den NaNo hinfiebere und es gar nicht erwarten kann, zu schreiben. Der NaNo gibt mir das Gefühl, einen Schritt näher an meine Ziele zu kommen 🙂

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Die Verfasserin

Anna Lisa Franzke, im Frühjahr ’99 geboren, lebt, studiert und schreibt in Erfurt. Die Leidenschaft zu Büchern, Geschichten und Schreiben begleiten sie schon seit frühster Kindheit. Seit ihrem Abitur studiert sie Literatur und Geschichte. Mit einer Leidenschaft für Kaffee und eigenen Welten schreibt sie seit einiger Zeit an eigenen Fantasy-Romanen und Buchreihen.

Social Media

Instagram/Twitter: @mist_of_ink
E-Mail: info@annalisafranzke.de
Internet: www.annalisafranzke.de

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