Schreiben

2 Jahre Selfpublishing – Ein Rückblick

Gestern feierte mein Roman „Raven House“ seinen zweiten Buchgeburtstag. Das heißt, ich bin jetzt schon seit zwei Jahren im Selfpublishing unterwegs! Anfangs war es nur eine Notlösung, doch mittlerweile bin ich sehr froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben. (Die Geschichte, wie ich eher unfreiwillig im SP gelandet bin, erzähle ich übrigens in diesem Blogartikel.)

Am Anfang wusste ich fast nichts über das Selfpublishing, doch seitdem habe ich viel dazugelernt. Es gibt natürlich immer noch vieles, mit dem ich mich nicht auskenne und ich sehe mich selbst noch ganz am Anfang meiner Schreiblaufbahn. Trotzdem möchte ich diese Gelegenheit für einen kleinen Rückblick nutzen – mit 6 Dingen, die ich in den letzten 24 Monaten über das Selfpublishing gelernt habe. Vielleicht kann es ja für den ein oder anderen Neuling nützlich sein (oder einen alten SP-Hasen erheitern).

Und ganz zum Schluss habe ich noch ein Geschenk für euch, also bleibt dran! 😉

  1. Geld hilft – ist aber nicht zwingend notwendig
    „Selfpublishing ist teuer“ – diesen Satz hört man häufig. Und wenn man den traditionellen Weg geht, also so arbeitet wie ein Verlag, dann stimmt das auch, denn dann muss man vielzählige Kosten berappen: Für ein professionelles Lektorat, den Buchsatz, das Cover, evtl. noch ein Sensitivity Reading und natürlich Marketing … Da kommen schnell vier- bis fünfstellige Geldsummen zusammen. Aber ich behaupte mal ganz frech: Es geht auch ohne! Gerade wenn man noch ganz am Anfang steht und das Selfpublishing erstmal ausprobieren will, ohne große Geldsummen hineinzustecken, gibt es viele günstige oder sogar kostenlose Mittel und Wege. Vieles kann man sich selbst beibringen oder mit anderen Selfpublishern Dienstleistungen tauschen, zum Beispiel indem man gegenseitig Texte korrekturliest. Buchcover kann man auf Canva.com oder mit dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm Gimp gestalten, und beim Marketing reicht es anfangs auch, wenn man auf Social Media präsent ist oder mit Bloggern zusammenarbeitet. Also keine Angst vorm Selfpublishing – es muss euch keinen Cent kosten!
  2. Es lebe die Nische!
    Gay Romance ist auf dem Buchmarkt leider immer noch ein Nischenthema, auch wenn Diversität in den letzten Jahren zum Glück immer präsenter wird. Anfangs dachte ich, es wäre ein Nachteil, für eine solche Nische zu schreiben. Doch im Selfpublishing scheint das Gegenteil der Fall zu sein, denn hier tummelt sich eine sehr aktive Leserschaft, die genau solche Bücher sucht. So hat man sofort eine kleine Stammleserschaft. Ein weiterer Vorteil von Nischenthemen ist, dass das eigene Buch besser gefunden wird, weil es weniger Konkurrenz gibt: Während mein „Internat der Träume“ in der Masse der Mystery-Romane förmlich untergeht, bekommen meine anderen Bücher deutlich mehr Aufmerksamkeit. Einfach deshalb, weil sie „nischiger“ sind.
  3. Sichtbarkeit ist das A und O
    Eigentlich ist es selbsterklärend: Je mehr potenzielle Leser ein Buch sehen, umso mehr Leute kaufen und lesen es auch. Aber ich glaube, viele angehende Selfpublisher unterschätzen, WIE wichtig Sichtbarkeit ist (zumindest habe ich es anfangs stark unterschätzt). Man denkt vielleicht: Ach, ein paar Leute werden bestimmt zufällig über mein Buch stolpern oder es wird ihnen auf Amazon vorgeschlagen … Aber dabei verlässt man sich auf einen Zufall, der vielleicht gar nicht entrifft. Und dann steckt man in einem Teufelskreis fest, denn wenn niemand das Buch kauft, liest und rezensiert, dann wird es auch niemandem sonst vorgeschlagen. Es kann das beste Buch der Welt sein, aber alle Qualität nützt ihm nichts, wenn niemand weiß, dass es existiert! Da hilft nur eins: Viel Zeit (und evtl. auch Geld) ins Marketing, Networking, Social-Media-Präsenz, Werbeaktionen und weitere Veröffentlichungen stecken, natürlich stets auf die richtige Zielgruppe abgestimmt.
  4. Social Media wird überschätzt – und unterschätzt
    In letzter Zeit setzt bei mir eine gewisse Social-Media-Müdigkeit ein. Denn es wird oft unterschätzt, wie viel Zeit und Arbeit man hineinstecken muss, um möglichst täglich interessanten Content auf Twitter, Instagram & Co. zu liefern. Natürlich macht es meistens auch Spaß (ansonsten sollte man seine Energie meiner Meinung nach lieber in andere Dinge stecken, denn mit lustlosen, zwanghaften Posts gewinnt man auch keine Lorbeeren), aber manchmal frage ich mich, was es mir eigentlich bringt und ob sich das Aufwand-Nutzen-Verhältnis wirklich lohnt. Sicherlich ist es hilfreich, ein paar Follower zu haben (Thema Sichtbarkeit), und aus der Interaktion mit anderen Usern können gemeinsame Aktionen oder sogar Freundschaften entstehen (Thema Networking), aber die tatsächlichen Kaufzahlen, die man dadurch erreicht, sind zumindest in meinem Fall eher ernüchternd. Denn Follower sind nicht gleich Käufer. Und ich glaube, in dieser Hinsicht wird die Wirkung von Social Media häufig überschätzt.
  5. Das Leben als eierlegende Wollmilchsau
    Zum Selfpublishing gehört noch viel mehr dazu, als „nur“ Bücher zu schreiben. Das ist einerseits schön, weil ich in den letzten 2 Jahren unglaublich viel über das ganze Drumherum gelernt habe, aber manchmal kann es auch nervig sein, weil dieses Drumherum eben auch viel Zeit frisst, die man vielleicht lieber ins Schreiben stecken würde. Allerdings ist man als eierlegende Wollmilchsau auch ziemlich flexibel und unabhängig. Ich könnte theoretisch innerhalb eines Tages eine Kurzgeschichte schreiben, überarbeiten, ein Buchcover dafür basteln, die Geschichte als Ebook veröffentlichen und eine Marketingkampagne starten. Diese Spontanität wäre in einem Verlag niemals möglich.
  6. Ich weiß, dass ich nichts weiß
    Der Buchmarkt ist so ein weites und vielschichtiges Feld, dass ich sicherlich noch sehr viel zu lernen habe. Allerdings glaube ich auch, dass es im Selfpublishing nicht den einen, richtigen Weg gibt, sondern viele Möglichkeiten, die man ausprobieren kann und die weder richtig, noch falsch sind. Jedes Buch ist somit ein neues Abenteuer. Das ist ja gerade das Schöne daran!

Eins aber weiß ich: Nämlich, dass ich euch noch ein Geschenk versprochen hatte. Und hier ist es: Zur Feier meines kleinen Zwei-Jahres-Jubiläums gibt es nun alle meine Ebooks zum Sonderpreis von je 1,99€, und meine Kurzgeschichten bekommt ihr sogar kostenlos! Diese Preisaktion läuft ab heute bis einschl. 15.05., also schlagt am besten gleich zu. Alle meine Bücher findet ihr hier. Viel Spaß beim Lesen! 🙂

Ein Kommentar zu „2 Jahre Selfpublishing – Ein Rückblick

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