Lesen

Mein Leseherbst 2021: Kurzrezensionen

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich liebe den Herbst! Wenn es draußen kälter und dunkler wird, die Blätter sich bunt färben und der Nebel über die abgeernteten Felder zieht, dann ist es die perfekte Jahreszeit, um es sich mit Tee und Kerzenschein gemütlich zu machen und ein gutes Buch zu lesen.

So langsam neigt sich der Herbst jedoch dem Ende entgegen und vielerorts weihnachtet es schon sehr. Bevor wir alle im besinnlichen Weihnachtsstress abtauchen,  will ich die Gelegenheit für einen kleinen Leserückblick nutzen. Am liebsten würde ich jedem Buch eine ausführliche Rezension widmen, aber das schaffe ich zeitlich leider nicht, daher gibt es nun diese Kurzrezensionen. Egal ob ihr kurze Ebooks oder dicke Wälzer mögt, egal ob Fantasy, Historisches, Gay Romance oder Krimi: Für Auswahl ist gesorgt! 🙂

Ein kleines Vorwort noch zu meinen Sterne-Bewertungen: 5* vergebe ich nur selten und nur an absolute Lieblingsbücher; daher sind auch 4* von mir schon als gutes Lob gemeint. 3* bedeuten keinesfalls, dass mir ein Buch nicht gefallen hat, sondern lediglich, dass es ein paar Schwachpunkte hatte, die meinen Lesegenuss geschmälert haben. Wirklich schlechte Bücher bekommen von mir 2*, und 1* ist den absoluten Negativ-Ausreißern vorbehalten.

Nun, da das geklärt ist, fangen wir an! Dies sind die Bücher, die ich im September, Oktober und November gelesen habe:

1. Nele Betra: Der Mann im Baum

Eine süße Geschichte vor schöner Kulisse. Bei der Romanze ging mir einiges zu schnell und war deswegen nicht so ganz nachvollziehbar. Der Schreibstil war in Ordnung, wenn auch manchmal ein wenig banal und ausschweifend. Dennoch vergebe ich solide 3/5*

2. Ursula Poznanski: Saeculum

Wie von Poznanski, Fitzek und Konsorten gewohnt, gibt es wieder mal eine sehr interessante Prämisse, coole Charaktere, eine spannende Story, aber am Ende eine leicht unlogische Auflösung, die ziemlich konstruiert wirkt. Und nicht zum ersten Mal bei Büchern dieser Art frage ich mich: Warum sollte ein Täter so umständlich vorgehen? Nur um eine originelle, unvorhersehbare Story zu liefern? Der Großteil des Buches las sich aber echt spannend, daher gebe ich trotzdem 4/5*

3. Ray van Black: Feenprinz 1 – Zwei Welten

Interessante Geschichtenidee, aber verbesserungswürdige Umsetzung. Viel zu viel unnötiges Vorgeplänkel, bis bei >70% des Ebooks endlich die eigentliche Story losgeht. Auch der Protagonist ist leider eher unsympathisch; es wird z.B. nicht klar, warum er seine Mutter so sehr hasst, wodurch er ziemlich fies wirkt. Dieses Buch ist ein typischer Fall von: „Ich würde mir gern die Grundidee klauen und ein ähnliches Buch schreiben, aber so, dass es mir besser gefällt.“ 😉 3/5*

4. Rainbow Rowell: Wayward Son

Eine magische Fortsetzung zu „Carry On“ und eine spannende Roadtrip-Story durch die USA, wieder mit sehr romantischen Szenen, von denen ich gerne etwas mehr gehabt hätte. Auch der Schreibstil ist großartig. Leider gibt es am Ende einen Cliffhanger. 4/5*

5. Fran Fox: Auf der Suche nach meinem Ich

An sich eine sehr originelle und spannende Crime-Romance-Geschichte. Leider werden die Charaktere stellenweise etwas vorurteilsbehaftet dargestellt und die Dialoge sind manchmal verwirrend, weil nicht immer klar ist, wer gerade spricht. Der Krimi-Plot ist 1A, aber das Ende unnötig langgezogen und selbst für mich zu kitschig. Daher leider „nur“ 3/5*

6. Noah Gordon: Der Medicus

Ein spannendes und erfrischend abgeklärtes historisches Abenteuer, das ganz ohne reißerischen Misery Porn und überzogene Misogynie auskommt, wie man es sonst aus vielen historischen Romanen kennt. Der Beginn des Buchs (die Lehrzeit beim fahrenden Bader und der Aufbruch zur Universität in Isfahan) haben mich so stark an „Der Name des Windes“ erinnert, dass ich mich frage, ob Patrick Rothfuss sich von Noah Gordon hat inspirieren lassen. 😉 Ich vergebe sehr gute 4/5*

7. Matti Laaksonen: Freibadfliesenblau

Ein super süßer Roadtrip durch Finnland mit zwei sympathischen Charakteren, die beide ihr Päckchen zu tragen haben. Obwohl es eher eine Geschichte der ruhigen Sorte ist, wird es nie langweilig. Definitiv Fernweh- und Shipping-Material! Daher gibt es von mir verdiente 5/5*

8. Patrick Rothfuss: Die Furcht des Weisen

Ein wunderbares Buch, das alles hat, was ich an Fantasy mag: Coole Charaktere, philosophische Ansätze, spannende Konflikte und dramatische Auseinandersetzungen. Obwohl das Buch so dick ist, dass es im Deutschen in zwei Bücher aufgeteilt wurde, habe ich es in Rekordzeit durchgesuchtet. Auch die Frauendarstellung ist diesmal gut gelungen, es gibt viel mehr weibliche Charaktere und viel weniger Alltagssexismus als noch in „Der Name des Windes“. Alles in allem: 5/5*

9. Akira Arenth: Sweet Demonic Trilogie

Wegen des Settings (Himmel und Hölle, Gott und Teufel …) war ich anfangs skeptisch, weil ich glaube, dass man bei dem Thema viel falsch machen kann und weil mich Religion generell nicht so sehr interessiert. Es war aber super umgesetzt, sehr originell und witzig, teilweise sogar sehr philosophisch, trotz all dem Klamauk. Wer mal eine ungewöhnliche Geschichte lesen will, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Stelle. Ich bin mir allerdings immer noch unsicher, ob ich die beiden Protagonisten mag. Daher gibt es von mir 4/5*

10. Ursula K. Le Guin: Erdsee 1

Endlich habe ich ihn mal gelesen, den ersten Teil der Erdsee-Trilogie! Es ist ein interessanter Fantasy-Klassiker, in dem man viele heutzutage typische Low-Fantasy-Elemente entdeckt, die darin wohl ihren Anfang nahmen. Der Schreibstil ist sehr angenehm, allerdings gibt es für meinen Geschmack etwas zu viele Landschaftsbeschreibungen und auch einige sexistische Tropes. Ich bin noch hin- und hergerissen, was ich von dem Buch halte, daher vergebe ich 3/5*

11. Greg Walters: Bestias

Die Geschichte spielt in einem ungewöhnlichen, antiken Fantasy-Setting und dreht sich um interessante Hauptpersonen, die jedoch nicht immer klug handeln – das hat mich gelegentlich frustriert. Auch der häufige Wechsel der Erzählperspektive war etwas verwirrend, da er auch innerhalb weniger Sätze mehrfach hin und her sprang. Die Geschichte an sich ist jedoch sehr spannend, daher werde ich auch dem zweiten Band noch eine Chance geben, mich zu überzeugen. Aktuell sind es für mich leider „nur“ 3/5*

12. Babsi Schwarz: Das Meer der Legenden

Ein wunderbares Nixen-und-Piraten-Abenteuer, das anfangs noch etwas seicht wirkte (Mavi fehlte für meinen Geschmack ein bisschen die Motivation, sie hatte kein richtiges Ziel vor Augen), aber dann immer spannender wurde. Das Ganze spielt in einem sehr progressiven Setting, in dem gleichberechtigte Frauen, homosexuelle Partnerschaften, trans Personen, Menschen mit Behinderungen und viele verschiedene Hautfarben, Körpertypen und Ethnien ganz selbstverständlich dazugehören – top! Das Worldbuilding ist ebenfalls gut gelungen und die sich anbahnende Romanze bot schönes Shipping-Material. Leider sind mir beim Lesen immer wieder kleine Flüchtigkeitsfehler ins Auge gefallen, nicht auf jeder Seite, aber definitiv in jedem Kapitel. Schade! 4/5*

13. Akira Arenth: Von Weihnachtswundern und Blaubären

Kurz, süß, unterhaltsam: Diese Geschichte hält einige Überraschungen bereit und ist der perfekte Einstieg in die Weihnachtszeit – ganz ohne Kitsch, aber mit Herz, Charme und Humor. 4/5*

Jetzt seid ihr dran!

Was waren eure Lesehighlights in diesem Herbst? Schreibt mir gern eure Empfehlungen in die Kommentare! 🙂

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